Lesung: Robert Streibel – Wein des Vergessens

Ein Dokumentarischer Roman, wie man ihn sich brisanter und spektakulärer nicht ausdenken könnte.
1938 befindet sich die Riede Sandgrube – eines der berühmtesten Weingüter der Wachau – im Besitz des jüdischen Geschäftsmanns Paul Robitschek, sein Partner ist Baron August Rieger. Doch Robitschek und Rieder sind Geschäftspartner und zugleich ein glamouröses Liebespaar. Die Denunziationen, dass Rieger der „Bettknabe des Juden“ sei, erleichtern die „Arisierung“ jenes Besitzes, der zur Grundlage der berühmten Winzergenossenschaft Krems wird – ein Begriff für Wein und Kultur weit über die nationalen Grenzen [Österreichs] hinaus. Diese „Arisierung“ ist bis heute noch nie Thema der Forschung gewesen. Bernhard Hermann und Robert Streibel gelang es, einen Schatz an Dokumenten sicherzustellen, mit dem sie eine unglaubliche Geschichte von Verrat und Treue, Liebe und Geschäft, Vernichtung und Verdrängung erzählen.

Erst nach Erscheinen der ersten Auflage dieses Buches im Jahr 2018 erklärte sich die bis heute existierende Winzergenossenschaft bereit, sich der Vergangenheit zu stellen. Bis dahin hatte sie dies zu hintertreiben versucht.
Einer der Autoren, Robert Streibel, geboren in Krems, Historiker und Direktor einer Volkshochschule, liest am 18. April 2024 in der „Volksbühne“ am Kaulenberg. Er hat zahlreiche ähnliche Forschungsprojekte durchgeführt. Mehrfach hat er seine Ergebnisse in einen Roman „übersetzt“. Auch „Der Wein des Vergessens“ ist so packend, spannend, schön, traurig, bösartig, dass man ihn nicht mehr weglegen mag.